„Bremen kann sehr kalt sein…“
Bremen, 12.12.2011
Der Bürgerschaftsabgeordnete Bolayela stammt aus Kinshasa. Er wurde dort als Sohn eines evangelischen Pastoren 1965 geboren und kam im Jahre 1992 als Asylbewerber nach Deutschland.
Zunächst absolvierte er in Syke eine Tischlerlehre und arbeitet seit 8 Jahren in einem Baumarkt.
In der Allgemeinen Berufsschule trifft er am 12. Dezember auf heutige Asylbewerber. Fariah stammt aus Somalia und ist seit einem Jahr unbegleitet in Deutschland, wie auch Rabbi, der auch aus dem Kongo stammt. Nur Rui zog vor zwei Jahren zu seiner bereits in Deutschland lebenden Mutter nach.
Einiges hat sich keinesfalls geändert: Als Bolayela nach Deutschland kam war es unerträglich kalt. Auch die Wärme der afrikanischen Menschen hat allen vieren gefehlt. Und das große Misstrauen der deutschen Mitbewohner gerade gegenüber den Afrikanern hat stark irritiert.
Vielleicht sollten gerade die Afrikaner viel stärker um ihre Anerkennung in der Öffentlichkeit kämpfen – meinte Bolayela. Dort sei auch viel versäumt worden. Alle vier waren sich einig , dass die Afrikaner lebensfrohe Menschen sind, die unsere Gesellschaft bereichern können.
Dabei ist lernen und arbeiten unverzichtbar – so der Appell von Bolayela. Und ganz besonders wichtig – so seine Betonung gegenüber den Schülern – der Erwerb der deutschen Sprache.
Darin waren sich alle mit dem Moderator und Schulleiter Grönegreß einig: Spracherwerb ist mit der Berufsorientierung zusammen der erste wichtige Schritt für die Sprachschüler an der ABS.
Dabei leistet die Schule nicht nur Bildungsarbeit, sondern schärft auch das Selbstbewusstsein der Immigranten. Gerade dies konnte man bewundernd studieren, wenn man Rui, Rabbi und Fariah im Meinungsaustausch mit Herrn Bolayela beobachten konnte.
Auf die Frage nach seinem hervorragenden Sprachstand antwortete Rui: „Viel lesen, deutsches Fernsehen schauen, und mit den Freunden in der Freizeit auf deutsch sprechen.“
Afrikaner an der ABS sollen ihren selbstbewussten Weg fortsetzen und damit mehr für den schönen Kontinent werben – schloss Herr Bolayela.
